Pelmeni - Eine kulinarische Entdeckungsreise nach Russland

Hallo Ihr Lieben,

es geht auf eine kulinarische Entdeckungsreise rund um die Welt. Die liebe Sarah vom Knusperstübchen hat diese schöne Aktion ins Leben gerufen und nachdem es letzten Freitag mit der Küchenzuckerschnecke nach Portugal ging, nehme ich Euch heute mit nach Russland. Hier findet Ihr übrigens noch all die anderen tollen Rezepte aus aller Welt. Vielen Dank, dass ich dabei sein darf.



Es geht wohl fast jedem so: Es gibt Dinge die man nicht hören, sehen oder riechen kann ohne sentimental zu werden. Sei es ein Lied, dass man mit etwas verbindet, ein Geruch der an jemanden erinnert oder ein Bild das die Gedanken schweifen lässt. Es gibt vieles mit dem Emotionen verbunden sind und Erinnerungen wach ruft. 



Allerdings ist das beim Schmecken etwas anders. Denn wenn jemand etwas kocht, dann schmeckt es ganz eigen und selbst wenn man es nachkocht, ganz penibel auf Zutaten und Rezept achtet, es schmeckt nie ganz genau so wie das Original.
Dennoch kann man, auch was den Geschmack angeht, in Erinnerungen schwelgen, Löffel für Löffel genießen und einfach daran denken, wie gut es damals geschmeckt hat. Damals als die geliebte Person noch da war, die das Gericht gekocht hat und man die Portion Liebe im Essen geschmeckt hat.


Immer, auch als kleines Kind, wenn meine Ma gefragt hat was ich essen will, war die Antwort: "Was mit Teig!"
"Was mit Teig" kann viel sein, aber alles was meine Ma aus Teig gemacht hat war so, so, so lecker. Ich liebte Ihre Teiggerichte! Das konnten die selbst gemachten Suppennudeln in einer kräftigen Hühnersuppe sein, kleine Hefeteigstückchen die in einer Knoblauch-Öl-Marinade baden durften mit dem lustigen Namen Bombotschki oder auch süße Köstlichkeiten wie Blini, Wareniki oder Schnitzküchle. Hauptsache Teig.

Ein Lieblingsrezept mit Teig sind Pelmeni, kleine Teigtaschen mit würzigem Hackfleisch gefüllt, serviert mit Brühe und abgeschmeckt mit gebratenem Tomatenmark, Essig und Schmand. Ein absolutes Seelenfutter. Wärmend, tröstend, dampfend, heiß und geliebt.

Auch lange nachdem ich kein Kind mehr war, eine eigene Wohnung hatte und einigermaßen kochen konnte: Immer wenn ich krank wurde, Kummer oder anderen Seelenschmerz hatte. Ein Anruf zu Hause und meine Mama kam vorbei. Auf die Frage: "Brauchst Du etwas, soll ich etwas mitbringen?", antwortete ich das obligatorische: "Nein, alles gut." Und dennoch hatte sie immer etwas dabei und darauf konnte ich schwören: Einen Topf mit Pelmeni. Der Topf wurde nochmal auf den Herd gestellt, erhitzt und dann ein gutes Gespräch, der Duft der geliebten Person, ein Kuss auf die Stirn, eine Hand die man hält und eine dampfender Teller voll Pelmeni. Auf einmal war die Welt gar nicht mehr so grau...



Und genau dieses Rezept für Pelmeni möchte ich Euch gern verraten. Einen Schatz den ich habe und mit Euch teile ist ein kleines Büchlein mit handgeschriebenen Rezepten von meiner Ma. Ich hatte sie immer darum gebeten all Ihre "eigenen" Rezepte für mich aufzuschreiben. Da mischen sich russische Einflüsse mit deutschen Rezepten, abgewandelte Originale, eingedeutschte Gerichte, die alles eins gemeinsam haben: Heimweh. ♥



Zutaten für einen Topf voll Pelmeni ausreichend für ca. 6-8 Personen:

Für den Teig:

500 g Mehl
3 Eier
Salz

Für die Füllung:

ca. 500 g gutes Hackfleisch vom Schlachter Eures Vertrauens!
Zwiebeln
Knoblauch
Salz, Pfeffer

Für die Brühe:

1 EL Butter
1/2 Tube Tomatenmark

Zum Verfeinern:

Schmand
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Paprika edelsüß 

Zubereitung:

Alle Zutaten für den Teig verkneten. Wasser nach und nach dazugeben, langsam, immer gut einkneten bis Ihr einen guten Teig bekommt. Nicht zu trocken, nicht zu fest, aber auch noch nicht klebrig. Solltet Ihr zu viel Wasser hinzugegeben haben und der Teig fängt an zu kleben, dann wieder wenig Mehl unterkneten. Der Teig soll weich und geschmeidig sein. Wenn die Konsistenz stimmt deckt Ihr den Teig ab und lasst ihn eine halbe Stunde ruhen.



In der Zeit könnt Ihr die Füllung vorbereiten. Dafür das Fleisch mit klein geschnittenen Zwiebeln, fein gehacktem Knoblauch und Salz und Pfeffer mischen. Nach der Ruhezeit den Teig auf eine Unterlage geben und in 4 Stücke teilen.



Den Teig dünn ausrollen, 2 mm etwa. Ähm nicht wundern, Ihr könnt den gern rund oder oval ausrollen, ich bekomm das nur irgendwie nie hin.



Nun nehmt Ihr ein Glas, am besten ein schmales oder ein Kinderglas und stecht damit Kreise aus. Dafür stellt Ihr das Glas kopfüber auf den Teig und dreht es mit Druck kurz nach rechts und nach links und hebt das Glas wieder an. Dicht an dicht weitere Kreise ausstechen.



Wenn Ihr mit dem ersten Teigstück fertig seid, nehmt Ihr die Zwischenstücke vorsichtig hoch und legt sie zu den anderen 3 Teigstücken zurück. Nun gehts ans Füllen: Dreht den Teigkreis um, so dass die Unterseite (die klebt besser) gefüllt wird. Nehmt etwas weniger als einen TL von dem Fleischteig und gebt ihn mittig auf einen Teigkreis.




Den Teigkreis umschlagen und die Ränder mit den Fingern fest zudrücken. (Ich halte die Pelmeni dabei die ganze Zeit in der Hand, habe sie nur fürs Foto hingelegt.)



Nun nehmt Ihr die Enden von dem Halbkreis und schlagt sie unten zusammen, leicht überlappend, und drückt kurz und fest zu.



Wiederholt diesen Vorgang mit allen Teigkreisen. Bevor Ihr das nächste Teigstück ausrollt legt die Pelmeni auf einen leicht bemehlte Unterlage (ein Brett oder einen Teller) damit sie nicht festkleben. Ihr könnt sie nun auch einfrieren, wenn Ihr nicht alle gleich weiter verarbeiten möchtet.



Nach der letzten Runde Pelmeni formen bleiben die Zwischenstücke übrig, einfach in mundgerechte Stücke schneiden und zur Seite legen, die werden mit gekocht und sind super lecker. Meine Ma hat sie immer *Schlepfle* genannt. Wir Kinder haben uns drum gestritten, und wehe es waren nachher nicht genug in der Suppe!



Zum kochen wird reichlich gesalzenes Wasser aufgekocht. Gebt einen kleinen (!) Schuss Essig ins Wasser. Die Pelmeni einzeln hinein geben und kochen lassen, bis sie oben schwimmen.



Während der Kochzeit die Butter in einer Pfanne zerlassen und das Tomatenmark hinzugeben. Das Tomatenmark etwas anrösten lassen und mit wenig Kochwasser glatt rühren.



Sobald die Pelmeni an der Oberfläche schwimmen die *Schlepfle* dazugeben und weitere 2 Mintuen kochen lassen.



Temperatur runterschalten und das gebratene Tomatenmark mit zur Suppe geben. Zum servieren entweder die Pelmeni aus der Brühe nehmen oder so wie ich es liebe mit der Brühe als Suppe essen.



Dazu gehört ein dicker Löffel voll Schmand, Paprikapulver und frisch gemahlener Pfeffer!



Genießen!



Zum Nachtisch gab es übrigens, wann immer sie erhältlich war: Wassermelone! Süß, saftig und irgendwie immer was besonderes. In Scheiben schneiden und futtern bis der Saft von Ohr zu Ohr verteilt ist und alles klebt. :) Ok, heute zerteile ich die Scheiben einfach etwas kleiner, aber als Kind war das doch toll!



Am Freitag geht die Entdeckungsreise dann weiter mit der *Frühstückskönigin* Simone von S-Küche, ich freu mich schon wohin die Reise dann geht und was es bei Ihr leckeres gibt.

Kommentare:

  1. Hey! :)
    Ich mag deine Posts total gerne & du hast auch tolle Bilder. Sollen wir uns gegenseitig unterstützen und via BLOGLOVIN, Google + und GFC folgen? Ich möchte nicht nach „Followern“ betteln, aber ich finde so kann man sich echt gut unterstützen. :) Ich hoffe wir lesen voneinander!

    Liebe Grüße, Sophia xx
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    1. Hey Sophia,

      Fashion ist ja leider so gar nicht mein Theman, dennoch schau ich mir Deinen Blog gerne an. :)

      Lieben Gruß
      Anita

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  2. Boar lecker. Ich würd das so gern kochen, aber für mein Mann isst vegan und für mich allein lohnt das irgendwie kaum. :( Aber vielleicht überkommt es mich ja irgendwann mal.

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    1. Hallo Barbara,

      der Vorteil bei den Pelmeni ist ja, dass man sie einzeln einfrieren und portionsweise kochen kann. Nach einer veganen Variante suche ich auch noch, ich habs schonmal mit Sojageschnetzeltem probiert, aber das hat mich in dem Zusammenhang noch nicht überzeugt. Sollte ich eine leckere Alternative finden, werde ich berichten. :)

      Lieben Gruß
      Anita

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  3. Wow, danke für das Rezept! Wir hatten früher russische Freunde und haben viele schöne Abende gefeiert und es gab immer Pelmeni, soooo lecker! Wir hatten ein Pelmeni-Eisen, da ging das Herstellen ganz fix ;) LG

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    1. Hey Mona,

      ja so ein Eisen kenne ich, damit macht mein Onkel die Pelmeni auch immer, geht wirklich schon schnell und einfach. Ich mag es klassisch allerdings lieber, weil man so dickere Teigstellen vom zusammendrücken hat. Und die liebe ich! ;)

      Lieben Gruß
      Anita

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  4. Weißt Du was, dafür liebe ich Dich!!! Genau so hab ich diese Pelmeni kennengelernt, von einer ehemaligen russischen Kollegin, sie zog ziemlich plötzlich weg und wir haben den Kontakt leider nicht aufrecht erhalten. Aber ihre Pelmeni waren legendär! Das Rezept werde ich nachkochen, da freu ich mich drauf;-) Und ansonsten kann ich Dir in allem zustimmen, siehe meinen Blogbeitrag: http://www.wiefindenwires.de/2014/09/streuselkuchen-mit-apfelmus-nach-oma.html LG Antje

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    1. Antje! Du bist soo süß! :) Ach, wenn ich sowas lese, dann freu ich mich sehr. Wie schön... Und selbst wenn ich nur eine Person mit meinem Rezept glücklich mache, ist alles fein. Ich bin schon sehr gespannt, wie Du es findest. Ich hoffe, es kommt an die Pelmeni Deiner Kollegin ran, jeder hat da ja so seinen eigenen Dreh.

      Liebe Grüße
      Anita

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  5. Hilfe, die Vorschau hat meinen Kommentar vernichtet! Also nochmal von vorne :-(

    Hallo Anita,
    ich bin über die Kulinarische Entdeckungsreise auf Deinem Blog gelandet. Ein sehr schöner Beitrag voller Herz! Das macht bei mir - die ich bisher noch mit russischem Essen in Berührung gekommen bin - sofort Lust aufs Ausprobieren und Entdecken. Diese kulinarische Lücke muss doch geschlossen werden! Könntest Du mir als Kochbuchfanatikerin vielleicht sogar ein russisches Kochbuch empfehlen? Brauchst Du ja sicher nicht! :-)
    Und jetzt muss ich Deinen Blog direkt mal über Feedly abonnieren.

    Liebe Grüße,
    Diana

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    1. Hey Diana,

      ach wie lieb, freu mich, dass Dir mein Beitrag gefällt.

      Also tatsächlich habe ich kein russisches Kochbuch, nur ein paar handgeschriebene Rezepte meiner Ma. Was ich Dir aber empfehlen kann ist die Serie: Einfach köstlich - Empfehlungen aus Mamas Küche.

      Das sind ganz einfache Rezepte von russischen Mamas, die Rezepte sind allerdings bunt gemischt. Einige russische Klassiker, aber auch eingedeutschte Gerichte und sogar ein paar wenige asiatische Rezepte, auch viele Kuchen und Torten. Ich habe die ersten beiden Bände und finde sie zwar einfach gehalten aber auch ganz toll, da man keine besonderen Zutaten braucht und alles direkt nachkochen kann.

      Vielleicht ist das ja was für Dich.

      Liebe Grüße
      Anita

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  6. Hach was ist das für ein schöner Beitrag, liebe Anita. Ich habe ganz genau wie Du auch ein paar Gerichte, die mir emotional sehr wichtig sind. Deine Pelmeni sehen köstlich aus und ehrlich gesagt erinnern sie mich an meine Uni-Zeit. :D Hier habe ich am Nachmittag zwei russischen Kindern bei den Hausaufgaben geholfen, gemeinsam gelernt und wir haben viel Deutsch gesprochen, weil die Eltern natürlich mit ihnen Russisch sprachen. Der Papa kam ab und an früher aus der Firma und hat schon mal Abendessen gekocht, wenn die Kleine dann rief... "Peeelmeeeniiii", war mir schon klar, das muss ja schmecken und so habe ich probiert und fand sie auch oberlecker. Hach das war eine schöne Zeit. Danke für diese kleine Erinnerung. :)

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Liebe Sarah,

      ach wie schön. Ich liebe es, wenn man mit einem Gericht eine Erinnerung wach rufen kann. Und ich wage zu behaupten: Es gibt kein russisches Kind, dass Pelmeni nicht heiß und innig liebt. ♥ Es ist einfach DAS Familienessen. Und da man auch schon als kleines Kind mithelfen kann, und sei es nur Teigkreise zudrücken oder später auch kneten und ausrollen. Man ist auf jeden Fall mächtig stolz auf die *eigenen Pelmeni* und dann schmecken sie sogar noch ein kleines bisschen besser. ;)

      Lieben Gruß
      Anita

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